Natalie RickliNationalrätin

Postulat: Pädophilie. Präventionsprojekt "Kein Täter werden" für die Schweiz

Montag, 14. März 2016

Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht darzulegen, wie das Projekt "Kein Täter werden" in der Schweiz initiiert werden kann. Dabei sind insbesondere zwei Varianten zu prüfen:

1. Lancierung eines solchen Projektes durch den Bund;

2. Koordination und Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes für Organisationen (Stiftungen, Institute usw.), welche sich in diesem Bereich engagieren.

 

Das Thema Pädophilie wurde im Rahmen der Unverjährbarkeits- und der Pädophilen-Initiative im Parlament, in der Bevölkerung und in den Medien intensiv diskutiert. Die Volksentscheide sind klar: Kinder sollen besser vor Pädokriminalität geschützt werden. Während diese Initiativen und viele Vorstösse beim Strafrecht ansetzen, gilt es auch die Prävention in diesem Bereich zu verbessern. Ziel muss sein, dass möglichst viele Opfer verhindert werden können. Bisher fehlt ein nationales Präventionsprojekt, welches sich an pädophile, nicht straffällige Männer richtet.

In Deutschland gibt es an verschiedenen Standorten das Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden": www.kein-taeter-werden.de/.

Im Rahmen der Therapie erhalten die betroffenen Personen Unterstützung, um mit ihrer pädophilen oder hebephilen Neigung leben zu lernen und sexuelle Übergriffe durch direkten körperlichen Kontakt oder indirekt durch den Konsum von Kinderpornografie zu verhindern. Die gesamte Therapie erfolgt unter Schweigepflicht. Ziel der Therapie ist es, Probleme im Umgang mit der sexuellen Neigung zu bewältigen. Dazu gehört insbesondere, das eigene Verhalten so zu kontrollieren, dass es zu keinem sexuellen Übergriff auf Kinder kommt. Wer die Therapie in Anspruch nehmen will, muss bezüglich seiner auf Kinder gerichteten sexuellen Impulse über ein Problembewusstsein verfügen und von sich aus und ohne juristische Auflagen therapeutische Hilfe suchen. Dies soll auch die Zielsetzung in der Schweiz sein.

Ein möglicher Partner bzw. ein Modell ist das "Forio", das Forensische Institut Ostschweiz, welches seit 2009 Beratungen und Therapien für Männer mit pädophilen Neigungen anbietet. Das Angebot richtet sich vor allem an nicht straffällig gewordene Betroffene und nimmt unter anderem Bezug auf die seit Jahren erfolgreichen Angebote des deutschen Präventionsnetzwerks "Kein Täter werden".

 

zum Vorstoss auf parlament.ch


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